Jubiläum

 

 

Vespa-Club

Scooter-Boy's Heilbronn e.V.

ein bisschen Geschichte zum Jubiläum 

33 Jahre 1985 - 2018

1985 - 30 Jahre - 2015

Die Geschichte der Scooter-Boy's

Nicht erfunden, sondern frei erzählt und illustriert nach waren Begebenheiten von Bernd Heidenreich

 

Es geschah in einem kleinen, verschlafenem Dorf am Neckarstrand.

 

- es ist schon viele Jahre her. -

 

Da begaben sich einige übel aussehende Kalunken, teilweise mit ihren Weibern, die nicht minder furchterregend waren, in eine verrufene Spelunke, dort in die dunkelste Ecke wo der Schein der Karbitlampe nicht mehr hinreichte, um einen gar fürchterlichen Plan auszuhecken.

 

Diese Halunken, Graf Drakula, der Räuber Hotzenplotz und sogar Dr. Frankenstein wären noch zu edel für diese Gesellschaft gewesen, waren das lichtscheueste und übelste Gesindel des Dorfes.

Aus der finsteren Ecke erscholl hin und wieder ein grausliches Lachen der Strauchdiebe und dazwischen das schrille Gekreische ihrer Weiber, während sie die Details ihrer Schandtaten, die sie zutun gedachten, besprachen. Es wurde eine lange Nacht. Es floss reichlich Wein und erst beim Morgengrauen stand ihr Schreckensplan fest:

Sie wollten mit ihren Blechgäulen über Lande ziehen um den Dörflern, wie den Städtlern das Fürchten zu lehren!

Und wie die Leute sich fürchteten, wenn die wilde Horde durch die Straßen und Gassen jagte mit einem Getöse, das weithin zu hören war. Die Menschen hatten so viel Angst vor den Banditen, die tief vermummt mit ihren Helmen und Rüstungen gar wirklich schlimm ausssahen, dass sie bei jedem Geräusch, das irgendwie ähnlich klang, ihre Kinder, Hunde und Katzen in Sicherheit brachten, die Fensterläden und Türen schlossen, um ja keinem dieser dunklen Gestalten ins Antlitz zu schauen. Man wusste ja nie, welch üblen Scherz dieser unter seinem Visier gerade ausheckte.

Und schlechte Scherze waren ihre Spezialität:

Sei es die Entführung eines Stadthalters eines befreundeten Dorfes, oder sei es mit ihren Blechgäulen dazwischenzureiten, waenn das gemeine Volk sein heidnisches Fest feiert um dieses zu stören. Immer hatten sie eine wilde Überraschung bereit.

 

Die Jahre vergingen und immer mehr Halunken, die bisher als Einzelne die Gegend unsicher machten, stießen zu den anfangs doch kleinen Haufen und sie machten gemeinsame Sache.

Und es genügte ihnen schon lange nicht mehr, laut und Leutchen erschreckend durch die Lande zu ziehen. Nein, größere Untaten wollten sie vollbringen. Es kam, wie es kommen musste:

Es war so üblich - und ich glaube, heute ist das auch noch so - dass sich brave Bürger im fairen Wettkampf in verschiedenen Orten, im In- wie auch im Ausland trafen um bei Turnieren die Besten zu beehren.

Und ihr könnt euch bestimmt schon denken, was geschah?:

Diese Hassadeure hatten in ihrem Übermut nichts anderes im Sinn, als diese Turniere zu überfallen, die begehrten Trophäen zu rauben um sie in ihrem Schlupfwinkel in dem kleinen Dorf am Neckar zu verschleppen. Oftmals brachen sie in solchen Scharen über die Arenen her, dass sie die Siegespreise ohne Gegenwehr erhielten. Aber die Mühsal, eine Trophäe zu ergaunern, war oft sehr groß. Wie oft ritten sie wie wild durch finstere Nächte, durch nichts aufzuhalten. Ob sturflutartige Regenfälle, Hochwasser, Schneetreiben, oder gar die Übermacht eines Insektenheeres, nichts konnte sie bremsen. Es blieb zwar der Eine oder Andere zurück, weil sein Gaul unter ihm zusammenbrach, aber der Rest der Meute erreichte immer sein Ziel.

Und das verwerflichste an der ganzen Sache dürfte sein, dass der Klerus ab einem gewissen Zeitpunkt dieses zügellose Treiben duldete. Ja, sogar schützend seine Hände darüber deckte.

 

Aber auch diese Raubritter kamen in die Jahre und mancher von ihnen überlegte es sich, ob er nicht doch ins anständige, bürgerliche und somit langweilige Leben zurück kehren sollte. So wurde der Mob wieder kleiner und sie schlossen sich, da sie merkten, dass man nur vereint große Verbrechen begehen kann, mit einer anderen Blechgaulbande zusammen. Sie versuchten mit allen möglichen und unmöglichen Gaunereien ihre alte Schlagkraft wieder zu erlangen.

 

Aber es sollte nicht mehr so sein wie früher!

So trafen sich irgendwann, es war gar nicht so lange her, die ursprünglichen Bandenmitglieder, um über ihre missliche Lage zu beratschlagen.

 

Es war wieder in einer dunklen, verrufenen Kaschemme, draußen heulte der Sturm, es war kalt. Es war Winter.

Da saßen sie nun. Einige waren doch arg grau geworden. Andere sind von ihrem Lebenswandel die Haare ausgegangen und auch bei den Weibern war die Zeit nicht spurlos vorbei gezogen.

Aber sie waren alle da, die alten Haudegen.

Alle, nicht einer ist auf dem Schlachtfeld geblieben, wenn sie auch hier und da Blessuren von ihren Kämpfen davon getragen hatten. Auch standen nicht mehr alle Blechgäule aus der alten Zeit vor der Kneipe. Einige hatte das Schicksal bei den wilden Ausritten ereilt und andere erhielten ihr wohlverdientes Gnadenbrot.

Eins hatten sie aber noch alle gemeinsam:

Dieses wildlodernde Feuer in ihren dunklen Augen, wenn sie in Erinnerung schwelgten.

Und sie rauften sich nochmal zusammen, die alten Banditen, mit oder ohne ihren Weibern. Sie ritten hinaus in die Ferne um laut rasselnd die Leutchen in den Dörfern und Städten zu erschrecken. Auch die Unart, Turniere zu überfallen und die Trophäen zu rauben -immer noch mit viel Erfolg - haben sie wieder aufgenommen.

Da auch an den Blechgäulen die Zeit nicht stehen geblieben ist, sie wurden weiter gezüchtet, kräftiger und ausdauender, zieht sich das Band der Verwüstungen zwischenzeitlich durch fast ganz Europa und auch im Ausland eilt der Schreckensruf der Wegelagerer aus dem Dorf am Neckar ihnen weit voraus.

 

Und so treiben sie bis in die heutigen Tage ihr böses Spiel. Auch werden es immer mehr, die diese gar schreckliche Art des Abenteuers suchen.

 

Drum Leute, Bürger und Beamte, Bauern und Edelfrauen,

holt Eure Wäsche von der Leine, schließt eure Hunde, Katzen, Kinder, Weiber und Zofen weg, schließt eure Fenster und Türen,

nehmt euch in Acht, wenn ihr sie kommen hört:

 

Die Scooter-Boy's aus Heilbronn!

 

So oder ähnlich könnte es sich zugetragen haben, damals vor 30 Jahren, anno 1985.

 

Natürlich ist das übertrieben, aber Tatsache ist, dass sich just im Jahr 1985 einige Gleichgesinnte zusammen taten, um bis dato "freies" Herumrollern in vereinsmäßige Bahnen zu lenken. So entstand mit einer Handvoll Vespa fahrenden mehr oder weniger Teeny's der Vespa-Club von Heilbronn.

Und damals hätte keiner gedacht, dass es so lang halten würde.

30 Jahre "km-fressen", so manch einer hat in dieser Zeit doch so den einen oder anderen Roller "verschlissen". Ob es "nur" nach Mannheim ging oder bis nach Südfrankreich, ob man "nur" die Saarländer besuchte oder die kleinen Motoren bis nach Griechenland plagte, jeder im Verein hat so seine persönlichen Höhepunkt gehabt in den vergangenen Jahren.

Wir sahen den Einen oder Anderen kommen & gehen. Wir mussten aber auch Mitglieder, Freunde auf ihrer letzten Fahrt begleiten. Aber das ist Vergangenheit, die wir nicht vergessen wollen, aber es muss auch weiter gehen.

Und so sehen wir optimistisch in die Zukunft und schauen mal, was die nächsten Jahrzehnten bringen werden.

 

Und hier noch einige Momentaufnahmen aus den vergangenen Jahren zum in Erinnerungen schwelgen!

Die Geschichte und die darin befindlichen Grafiken sind uneingeschränktes Eigentum von Bernd Heidenreich. Er hat dies von ihm selbst verfassten Bericht und selbst gezeichneten Grafiken dem Verein kostenfrei bis auf Abruf zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Die Collage ist ebenfalls Eigentum von Bernd Heidenreich und beinhalten Aufnahmen von ihm selbst und von Mitgliedern. Diese Bilder, wie auch die Collage, sind dem Verein zur kostenlosen Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

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